Mein Quedlinburger Bühnenstücke

Diese 13 Stücke sind nicht für ein Theater geschrieben und nicht für Schauspieler, sondern für die Christen in Quedlinburg und Umgebung. Sie wurden meistens in der Quedlinburger Marktkirche von Laiendarstellern aus den Gemeinden aufgeführt, mit den technischen Mitteln, zumal in DDR-Zeiten, die in den großen gotischen Kirchen möglich waren.

Aus akustischen Gründen war die Sprachform in Knittelreimen geboten und für das Auswendiglernen durch ungeübte Laien hilfreich. Schnelle häufige Wortwechsel verhallen unverstanden im hohen gotischen Gewölbe. Die gereimte Sprache in den politischen und theologischen und historischen Dingen hat ihren eigenen Reiz und ihren Humor.

Die Stücke sind nicht fürs Lesen geschaffen, sondern zum Spielen. Sie sind jeweils zu akuten Anlässen entstanden, besonders zu den jährlichen „Friedensdekaden der evangelischen Kirche in der DDR“. Der Geist und der Ungeist in DDR-Zeiten ist deutlich spürbar für alle, die diese Zeit erlebt und erlitten haben.

Und die Stasi war immer dabei, wie aus ihren hinterlassenen Akten hervorgeht.

Und noch eins, das seltsame Verhalten der damaligen ideologischen Bestimmer: Es gab keine Heimatgeschichte. Alle Geschichte sollte ja nur aus Klassenkämpfen bestehen. Da ist etwas Wahres dran, aber es war so abstrakt und einseitig, dass die Menschen sich und ihre Heimat darin nicht wieder fanden. Nach der „Wende“ 1989/90 haben die Menschen hierzulande alles, was mit ihrer Heimat zu tun hatte, sich zurück erobert. In meinen Stücken ist viel Heimatgeschichte aktualisiert. Das hat zu ihrer Wirkung positiv beigetragen.

Ich danke allen, die damals mitgespielt haben und allen, die dazu geholfen haben. Dies gilt besonders für Uschi Meckel in Thale und für meinen Sohn Hans-Georg und meinen Enkel Samuel.

Allen Lesern wünsche ich Freude.

Quedlinburg, Ostern 2020
Eckhardt Sehmsdorf

Inhaltsverzeichnis
„O du lieber Augustin“ … oder „Die evangelische Freiheit“
Nikolaus
Der Hofrat, der Hauptmann und der dumme Hans
Mein Wahnsinnskaiser Barbarossa
König Heinrich
Die Weihnachtsfalle
Der Raubgrafenkasten
450 Jahre Evangelische Kirche Thale
Die historische Münzenberg-Modenschau
… und vergib uns unsere Schuld
Drei Krippenspiele für Quedlinburg
Krippenspiel in der Marktkirche 1980
Der Stern von Bethlehem
1000 Jahre Weihnachtsfeste in Quedlinburg. Historisches Krippenspiel