Acis und Galatea

Der vermeintlich Starke greift den vermeintlich Schwachen an, um seinen Willen durchzusetzen. Der Starke schreckt dabei nicht davor zurück zu töten. Doch die Spezialoperation misslingt. Am Ende ist der Starke wieder weg und der Schwache hat auf Dauer Bestand.

Schon die griechische Mythologie erzählt diese Geschichte. Der Kyklop Polyphem meint ein Anrecht auf die schöne Nymphe Galateia zu haben. Die liebt aber den Schäfer Acis. Polyphem will das nicht hinnehmen und bringt Acis schließlich um. Galateia aber findet in ihrer Trauer einen Weg, ihre Liebe nicht aufzugeben. Das Blut ihres Geliebten verwandelt sie in einen Fluss, der fortan Bestand hat.

In Klein Leppin fährt ein protziger, schwarzer SUV vor. Ihm entsteigt ein selbstverliebter Macho. Gerade ist hier ein ausgelassenes Fest im Gange. Unter den Gästen ist ein verliebtes Paar, auch wenn die anderen Partygäste dieser Verbindung zunächst skeptisch gegenüberstehen und den jungen Mann vertreiben wollen. Aber die Liebe siegt, die beiden kommen zusammen und alle können sich schließlich mit dem jungen Paar freuen. Als nun der Macho erscheint, ist die schöne Stimmung dahin. Als er auch noch seinen vermeintlichen Besitzanspruch an der jungen Frau durchsetzen will, kommt es zu Streit und am Ende erschlägt er den Geliebten.

Auf der Opernbühne in Klein Leppin gibt es schließlich doch noch einen guten Ausgang. Während im Publikum versehentlich ein iPhone fragt: „Wie kann ich helfen?“, wissen die Darsteller schon, wie es weitergeht. Sie entledigen sich ihrer barocken Kostüme und nehmen Galateia und Acis in ihre Mitte. 

Polyphem tritt erst wieder beim Schlussapplaus in Erscheinung. Schon in der griechischen Mythologie spielt er hinfort keine Rolle mehr.


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Bild Johann Heinrich Tischbein der Ältere  (1722 – 1789), Acis und Galatea (1758)


 

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