Die falsche Sanftmut des Schnees

„An diesem Tag des fünften Kriegswinters schneite es in ganz Italien. Der braune und grüne Landzinken in der drolligen Form eines Stiefels gefror, färbte sich weiß, schien jetzt unbefleckt von verkohlten Gebäuden, Granattrichtern und dem roten Blut der Gefallenen. Es war Januar 1945, und in den Bergen und den Ebenen herrschte ein einziges wildes Schneegestöber.“ weiterlesen…

Der Wintergarten

Hilde wird 1902 geboren. Fast hundert Jahre später, im Jahr 2001, stirbt sie. Ein Jahrhundert mit Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR-Sozialismus und Friedlicher Revolution liegt hinter ihr. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie ist ein Spiegel dieses bewegten Jahrhunderts. Hildes Vater Emil ist ein Kind vom Lande, geboren 1871, aufgewachsen in Seifhennersdorf. Sein Vater weiterlesen…

In vinum theologia

„Gleich wie Leben ist Wein für die Menschen, wenn du ihn maßvoll trinkst. Was ist das Leben, wenn der Wein fehlt? Er ist geschaffen zur Heiterkeit des Menschen. Fröhlichkeit des Herzens und Heiterkeit der Seele bringt der Wein, zur rechten Zeit und maßvoll getrunken.“1 So wusste schon Jesus Sirach (Anfang 2. Jahrhundert vor Christus) und weiterlesen…

Bonhoeffer kam (nicht) bis Beveringen?

Am 25. April 1929 tritt der 25-jährige Helmut Rößler seine erste Pfarrstelle in Beveringen bei Pritzwalk in der Prignitz an. Studiert hatte er in Breslau, Tübingen, Marburg und zuletzt in Berlin. Hier lernte er Dietrich Bonhoeffer als Kommilitonen kennen. Es entstand eine Freundschaft, auch wenn beide immer beim „Sie“ blieben.  Rößler und Bonhoeffer tauschen sich über weiterlesen…

Hinrichtung in Perleberg?

Johann Christian Braun kaufte 1827 von Heinrich Dohrmann dessen Hof in Wulckow [heute: Wulkau], südlich von Havelberg. Dohrmann zog ins Altenteil und beide lebten in Eintracht miteinander. Irgendwann begann Braun jedoch alle möglichen Prozesse durch alle möglichen Instanzen zu führen. Statt sich um den Hof zu kümmern hielt er sich bei Anwälten und bei Gericht weiterlesen…

Das Dorf ohne Gott

„‚Und ich sage dir, Jochen, die Zeiten sind vorüber, wo man die Menschen mit dem Himmel locken und mit der Hölle schrecken konnte. Die Pfaffen haben abgewirtschaftet. Für sie ist im modernen Staat kein Platz mehr.‘ Der Bauer Hans Karg rief es mit drohender Stimme und ließ dazu bekräftigend die Faust auf den Tisch sausen.  weiterlesen…

Zeit der Zauberer

„Hätte Davos nicht tatsächlich stattgefunden, zukünftige Ideenhistoriker hätten es im Nachhinein erfinden müssen. Bis in kleinste Detail spiegeln sich in diesem epochalen Ereignis die prägende Kontraste der gesamten Dekade. Der jüdische Industriellenspross aus Berlin trifft auf den katholischen Küstersohn aus der badischen Provinz, hanseatische Contenance auf unverblümt-direkte Bäuerlichkeit. Cassirer ist das Hotel. Heidegger die Hütte.“ weiterlesen…

Die Mühle von Mellen

„In einem kühlen GrundeDa geht ein Mühlenrad,Mein Liebste ist verschwunden,die dort gewohnet hat.“1 Nicht nur die Liebste ist entschwunden, sondern mit ihr die ganze Mühle. Bis in die 1970er Jahre stand sie noch zwischen Mellen und dem Rambower See in der Prignitz. Dann wurde sie abgerissen. Heute gibt es nur noch Reste des ehemaligen Mühlenteichs weiterlesen…

Leben, schreiben, atmen

„Dieses Buch ist eine Einladung zum Schreiben über sich selbst. Wenn man schreibt, schreibt man immer über sich selbst. Es ist abwechselnd wunderbar, schmerzhaft, narzisstisch, therapeutisch, herrlich, befreiende, tieftraurig, beflügend, deprimierend, langweilig, belebend. Schreibend halte ich mich am Leben und überlebe.“ [9] „Ich weiß …, dass man, wenn man Wort für Wort, Satz für Satz weiterlesen…