Das Ideal

Kurt Tucholsky (1890 – 1935) studierte Jura und schloss das Studium 1915 mit der Promotion zum Doctor iuris ab. Während er in seiner Doktorarbeit1 die Kritik auf einen einzelnen Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches beschränkte, war er in seinem literarischen Schaffen mit mehr 2.500 Texten, ein bissiger Kritiker des bürgerlichen Lebens insgesamt. Dabei verstand er sich weiterlesen…

Hier liegt der Hund begraben

Seit dem Dreißigjährigen Krieg liegt bei der Burg Winterstein am Fuße des Inselsbergs in Thühringen der Hund begraben. Damals lebte dort der Hund Stuczel. Er war das geliebte Haustier der Burgbewohner Christoph von Wangenheim (1573 – 1638) und seiner Frau Anna (1572 – 1636). Christoph von Wangenheim war fürstlich-sächsischer Jägermeister. Oft hatte er am gut weiterlesen…

Die Liebe unter Aliens

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron (Ungarn) geboren. Sie wuchs in einer Familie, die zur deutschen Minderheit gehörte, auf. „Meine ersten Narrative waren die der Repression“, sagt sie über ihre Jugend, die vom Katholizismus und Kommunismus geprägt war. Bis heute klingt das in ihrem Schreiben nach. Nach der politischen Wende in Ungarn ging sie 1990 weiterlesen…

Verkehrswende

Wenn ich in Berlin unterwegs bin, ärgere ich mich oft über Verzögerungen im Nahverkehr: Die S-Bahn ist wegen einer Störung im Betriebsablauf unterbrochen. Die U-Bahn fährt wegen eines Polizeieinsatzes unregelmäßig. Der Bus fällt aus; dafür gibt es keine Begründung. Das passiert den meisten Menschen in der Prignitz nicht. In ihrem Dorf fährt keine Bahn und weiterlesen…

Mein Name ist Ukraine

„Ich bin die Ukraine. Ich bin ein unabhängiges, souveränes und fortschrittliches Land. Das hat meinem Nachbarn, dem russischen Machthaber nicht gefallen. Er entschied, mich anzugreifen und meinen Körper zu verstümmeln. Er versucht meinen Freiheitsgeist zu zerstören. Mein Name ist Ukraine. Jetzt trage ich das Gesicht des Krieges. Schau in meine Augen, dort siehst du die weiterlesen…

Acis und Galatea

Der vermeintlich Starke greift den vermeintlich Schwachen an, um seinen Willen durchzusetzen. Der Starke schreckt dabei nicht davor zurück zu töten. Doch die Spezialoperation misslingt. Am Ende ist der Starke wieder weg und der Schwache hat auf Dauer Bestand. Schon die griechische Mythologie erzählt diese Geschichte. Der Kyklop Polyphem meint ein Anrecht auf die schöne weiterlesen…

Dorfkirche im Sommer

Friedrich Adolf Axel Freiherr von Liliencron wurde 1844 geboren. Sein Adel bedeutete jedoch keine finanzielle Sicherheit; sein Großvater hatte eine Leibeigene geheiratet und war enterbt worden.  Also versuchte sich Liliencron ab 1863 als Soldat. Er kämpfte in den Kriegen 1866 gegen Österreich und 1870/71 gegen Frankreich und musste schließlich 1875 wegen seiner Schulden den Abschied weiterlesen…

Ach, wie ein Narr war ich auf Fahrt

Die Hochkultur zwischen der Mitte des 12. und des 13. Jahrhunderts war der Minnesang. Das Publikum war adlig. Die Lieder wurden bei Hofe vorgetragen. Die Sänger waren nicht unvermögend. Dass unter den Minnesängern auch Juden waren, galt lange Zeit als ausgeschlossen. Dass im Codex Manesse1, der umfangreichsten Liederhandschrift des Mittelalters, auch die Lieder eines Juden weiterlesen…

Tagebuch der Übersiedlung

Dževad Karahasan wurde 1953 in Duvno geboren. Die Mutter war gläubige Muslima, der Vater bekennender Kommunist. Er selbst lernt neben dem Besuch des Gymnasiums bei einem Franziskanerpater Griechisch und Latein. 1972 kommt er nach Sarajvo und studiert dort Literatur- und Theaterwissenschaft. Seit 1986 ist er Dozent an der Akademie für szenische Künste Sarajevo. Die Belagerung weiterlesen…