Gelesen: Zeit der Zauberer

„Hätte Davos nicht tatsächlich stattgefunden, zukünftige Ideenhistoriker hätten es im Nachhinein erfinden müssen. Bis in kleinste Detail spiegeln sich in diesem epochalen Ereignis die prägende Kontraste der gesamten Dekade. Der jüdische Industriellenspross aus Berlin trifft auf den katholischen Küstersohn aus der badischen Provinz, hanseatische Contenance auf unverblümt-direkte Bäuerlichkeit. Cassirer ist das Hotel. Heidegger die Hütte.“ weiterlesen…

Die Mühle von Mellen

„In einem kühlen GrundeDa geht ein Mühlenrad,Mein Liebste ist verschwunden,die dort gewohnet hat.“1 Nicht nur die Liebste ist entschwunden, sondern mit ihr die ganze Mühle. Bis in die 1970er Jahre stand sie noch zwischen Mellen und dem Rambower See in der Prignitz. Dann wurde sie abgerissen. Heute gibt es nur noch Reste des ehemaligen Mühlenteichs weiterlesen…

Gelesen: Leben, schreiben, atmen

„Dieses Buch ist eine Einladung zum Schreiben über sich selbst. Wenn man schreibt, schreibt man immer über sich selbst. Es ist abwechselnd wunderbar, schmerzhaft, narzisstisch, therapeutisch, herrlich, befreiende, tieftraurig, beflügend, deprimierend, langweilig, belebend. Schreibend halte ich mich am Leben und überlebe.“ [9] „Ich weiß …, dass man, wenn man Wort für Wort, Satz für Satz weiterlesen…

Gelesen: Am Strand

„Sie waren jung, gebildet und in ihrer Hochzeitsnacht beide noch unerfahren, auch lebten sie in einer Zeit, in der Gespräche über sexuelle Probleme schlicht unmöglich waren.“ [7] Florence und Edward liebten sich in all ihrer Verschiedenheit. Sie war eine hoffnungsvolle Violinistin, die mit ihrem Streichquartett höchste Ziele erreichen will, er Historiker, der alle Kaiser und weiterlesen…

Thema: Zug in die Freiheit

Film und Gespräch Am Abend des 30. September 1989 drängen sich fast 4.000 Menschen sich im Garten der Prager Botschaft. Sie alle warten auf die Nachricht von Hans Dietrich Genscher. Schließlich erscheint er auf dem Balkon: „Liebe Landsleute. Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ Der Rest seiner Rede wird weiterlesen…

Ein Sarg auf der Elbe

Wer über das Wasser schaut, sieht dort einen schweren Eichenholzsarg treiben. Erst nach mehreren Tagen gelingt es, das makabere Treibgut zu bergen. Es ist der Sarg des 1676 gestorbenen Admirals Arnold Gijsels van Lier, der zuvor in einem Anbau der Mödlicher Kirche stand. Das verheerende Hochwasser vom März 1888 hat nicht nur Mödlich sondern die weiterlesen…

Thema: Der Störenfried

Leben und Selbstverbrennung des Zeitzer Pfarrers Oskar BrüsewitzVortragsimpuls und Gespräch Am Morgen des 18. August 1976 geht der Pfarrer Oskar Brüsewitz in seinen Garten und schneidet nahezu alle Rosen ab. Er verteilt sie im Haus, nimmt seine Frau Christa fest in den Arm und fragt, ob sie ihn noch liebe. Sie frühstücken gemeinsam, er verlässt weiterlesen…

Gelesen: Hauptsache, es knallt

„Ich will mich jetzt nichtig Nachhinein als Held aufspielen, aber eins muss ich sagen: Ich war immerhin der Letzte, der die Hoffnung aufgegeben hat.“ [7] Die anderen fummelten sinnlos an der zertrümmerten Musikanlage herum oder hatten sich irgendwohin verkrümelt. Ich aber versuchte zu retten, was zu retten war: In einem Nebenzimmer zerrte ich mit Jil einen weiterlesen…