Der Störenfried

Leben und Selbstverbrennung des Zeitzer Pfarrers Oskar Brüsewitz Das Fanal Am Morgen des 18. August 1976 stand Oskar Brüsewitz sehr früh auf. Nachdem er gefrühstückt hatte, bat er seine Tochter Ester, ihm eines seiner Lieblingslieder auf dem Klavier vorzuspielen. Gegen neun Uhr verließ er das Haus.  Erst suchte er die Kirche auf und holte zwei weiterlesen…

Kaffee und Zigaretten

Eins … Vierzehn Fünfzehn „Die neuen Telefontarife der Telekom werden ‚Magenta‘ genannt. Sie seien preiswerter als bisher, sagt die Frau am Telefon, ein ‚echter Kampfpreis‘. Magenta ist eine Kleinstadt in der Lombardei, ein paar Kilometer von der Stadtgrenze Mailands entfernt. 1859 kämpften hier Sardinien-Piemont und Napoleon III gegen den österreichischen Kaiser. Es ging um die weiterlesen…

Engel auf Reisen

Am Pfingstsonntag flogen zwei Engel aus einer Dorfkirche in eine Schlosskirche, aus dem 681 Jahre jungen Mankmuß in der Prignitz in das 1062 Jahre alte Walbeck im Mansfelder Land. Die Engel selbst sind noch jünger. Sie haben jedoch schon eine aufregende Geschichte hinter sich: Als die Kirche Mankmuß im 18. Jahrhundert einen Kanzelaltar erhielt, war ihnen die Aufgabe weiterlesen…

Stüler in Stavenow

Friedrich August Stüler (1800 – 1865) war in jenen Jahren ein viel beschäftigter Mann. König Friedrich Wilhelm IV. hatte ihn beauftragt, die Burg Hohenzollern, die nur noch eine Ruine war, wieder aufzubauen. Zudem hatte er den Bau des Schweriner Schlosses übernommen. Nachdem dort weder Georg Adolf Demmler noch Gottfried Semper den Bau zur Zufriedenheit des weiterlesen…

Die falsche Sanftmut des Schnees

„An diesem Tag des fünften Kriegswinters schneite es in ganz Italien. Der braune und grüne Landzinken in der drolligen Form eines Stiefels gefror, färbte sich weiß, schien jetzt unbefleckt von verkohlten Gebäuden, Granattrichtern und dem roten Blut der Gefallenen. Es war Januar 1945, und in den Bergen und den Ebenen herrschte ein einziges wildes Schneegestöber.“ weiterlesen…

Der Wintergarten

Hilde wird 1902 geboren. Fast hundert Jahre später, im Jahr 2001, stirbt sie. Ein Jahrhundert mit Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR-Sozialismus und Friedlicher Revolution liegt hinter ihr. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie ist ein Spiegel dieses bewegten Jahrhunderts. Hildes Vater Emil ist ein Kind vom Lande, geboren 1871, aufgewachsen in Seifhennersdorf. Sein Vater weiterlesen…

In vinum theologia

„Gleich wie Leben ist Wein für die Menschen, wenn du ihn maßvoll trinkst. Was ist das Leben, wenn der Wein fehlt? Er ist geschaffen zur Heiterkeit des Menschen. Fröhlichkeit des Herzens und Heiterkeit der Seele bringt der Wein, zur rechten Zeit und maßvoll getrunken.“1 So wusste schon Jesus Sirach (Anfang 2. Jahrhundert vor Christus) und weiterlesen…

Bonhoeffer kam (nicht) bis Beveringen?

Am 25. April 1929 tritt der 25-jährige Helmut Rößler seine erste Pfarrstelle in Beveringen bei Pritzwalk in der Prignitz an. Studiert hatte er in Breslau, Tübingen, Marburg und zuletzt in Berlin. Hier lernte er Dietrich Bonhoeffer als Kommilitonen kennen. Es entstand eine Freundschaft, auch wenn beide immer beim „Sie“ blieben.  Rößler und Bonhoeffer tauschen sich über weiterlesen…

Hinrichtung in Perleberg?

Johann Christian Braun kaufte 1827 von Heinrich Dohrmann dessen Hof in Wulckow [heute: Wulkau], südlich von Havelberg. Dohrmann zog ins Altenteil und beide lebten in Eintracht miteinander. Irgendwann begann Braun jedoch alle möglichen Prozesse durch alle möglichen Instanzen zu führen. Statt sich um den Hof zu kümmern hielt er sich bei Anwälten und bei Gericht weiterlesen…